
„Gesundheit schätzt man erst, wenn man sie verloren hat“, so ein deutsches Sprichwort. Damit es am besten gar nicht erst so weit kommt, investieren die Stadtwerke Bonn (SWB) vorausschauend in das Wohlergehen ihrer 2800 Mitarbeitenden. Anlässlich des Weltgesundheitstages (7. April) erklärt Sascha Schnitzler, der bei den SWB im Zentrum für Arbeit, Gesundheit und Soziales (ZAGS) arbeitet, welche Angebote und Maßnahmen es im Unternehmen gibt.
Welche Aufgaben und Tätigkeiten fallen in die Zuständigkeit von ZAGS?
Sascha Schnitzler: Im Prinzip fällt alles in unsere Zuständigkeit, was dafür sorgt, dass alle Mitarbeitenden des SWB-Konzerns gesund und sicher an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen arbeiten können. Außerdem geben wir unseren Mitarbeitenden alles an die Hand, um ihre Gesundheit zu fördern. Dafür entscheidend sind drei Säulen des betrieblichen Gesundheitsmanagements: Arbeitsschutz, Prävention und das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM). BEM begleitet Menschen nach längerer Krankheit beim Wiedereinstieg in die Arbeit. Prävention bedeutet, dass wir betroffene Menschen vor, während und nach einer Erkrankung unterstützen. Im besten Fall werden unsere Kolleginnen und Kollegen aber gar nicht erst krank. Dabei kann auch ein guter Arbeitsschutz helfen, der sich mit der Arbeitsumgebung und den Arbeitsumständen befasst.
Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Schnitt 40 Stunden oder sogar mehr pro Woche. Das ist ein beträchtlicher Anteil der Lebenszeit. Was tut ZAGS, um die SWB-Mitarbeitenden dabei bestmöglich zu unterstützen?
Sascha Schnitzler: Wir von ZAGS stellen zunächst einmal sicher, dass der Arbeitsplatz nicht gesundheitsgefährdend aufgebaut ist. Egal, wo der sich befindet. Dafür machen wir zum Beispiel regelmäßige Begehungen zur Überprüfung. Darüber hinaus haben wir Angebote organisiert, damit die Mitarbeitenden ihre Gesundheit eigenständig verbessern können. Dazu zählt zum Beispiel die Kooperation mit der Plattform Wellhub für Sport- und Wellnessaktivitäten, aber auch so etwas wie Ernährungsberatung. Außerdem bieten wir Beratung in persönlichen Krisen und Notsituationen an.
Vor allem wichtig für unser Fahrpersonal von SWB Bus und Bahn ist unsere Partnerschaft mit der Berufsgenossenschaft. Über die Genossenschaft bieten wir eine Traumaprävention mit einer externen, verkehrsspezifisch ausgebildeten Psychotherapeutin an, um die Mitarbeitenden bei schlimmen Ereignissen wie Verkehrsunfällen mit Personenschaden aufzufangen und zu begleiten.
Wie viele und vor allem welche Gesundheitsuntersuchungen, Impfaktionen und Ähnliches bieten Sie im Jahr an?
Sascha Schnitzler: Grundsätzlich bieten wir jedes Jahr Grippeschutzimpfungen an. Außerdem auch regelmäßig Bildschirmarbeitsplatzvorsorge für Mitarbeitende mit Bürotätigkeit. Als Pendant für Mitarbeitende im Außendienst hatten wir auch mal Fußvermessungen, damit alle die passende Sicherheitsschuhe tragen. Das ist wichtig für die Arbeitssicherheit. Alle drei Jahre gibt es die Möglichkeit für einen Rundum-Check-up, wo man einmal von einem Arzt oder einer Ärztin komplett untersucht wird. Alle zwei Jahre organisieren wir zudem ein Hautscreening. Zweimal im Jahr veranstalten wir außerdem eine Blutspendeaktion. Dies ist nicht nur gut für andere, sondern auch für die eigene Gesundheit, weil das das Blut untersucht wird. Und wir bieten für Personen mit Büroarbeitsplatz eine aktive Mittagspause an. Da können Mitarbeitende etwa meditatives Hatha-Yoga machen.
Wie wird das alles angenommen?
Sascha Schnitzler: Vor allem die Grippeschutzimpfungen und die Hautscreenings sind sehr begehrt. Da sind wir immer gut ausgebucht, sodass wir manchmal sogar Zusatztermine organisieren müssen. Auch Yoga in der Mittagspause ist sehr beliebt. Das sind Sachen, nach denen immer wieder gefragt wird. Und das bisher wohl größte und erfolgreichste Angebot von uns war das SWB-eigene Impfzentrum, das wir während der Corona-Pandemie aus dem Boden gestampft haben. Darüber haben wir viel Wertschätzung und Zuspruch erfahren.
Insgesamt lässt sich sagen, dass eigentlich alles sehr gut angenommen wird. Was sicher auch daran liegt, dass den Mitarbeitenden der Zugang so einfach und niederschwellig wie möglich gemacht wird. Alles, was wir anbieten, ausgenommen von privat nutzbaren Benefits wie Wellhub, ist Teil der Arbeitszeit und kostenlos.
Neben dem physischen Wohl steht auch die mentale Gesundheit auf der ZAGS-Agenda. Auf welche Hilfsmittel können Mitarbeitende bei psychischer Belastung zurückgreifen?
Sascha Schnitzler: Für die mentale Gesundheit bieten wir eine Sozialberatung an, die bei persönlichen Krisen jedweder Art – privat oder beruflich – unterstützen kann. Das kann auch in Richtung Coaching gehen. Egal, was unsere Mitarbeitenden umtreibt, unsere erfahrene Sozialberaterin kann immer zurate gezogen werden.
Seit September 2024 haben wir auch das Diversity Management im Portfolio. Gegenüber einem klassischen AGG-Beauftragten (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) hat das Diversity Management den Vorteil, dass nicht nur auf die Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen geschaut wird, sondern auf Fairness, Chancengleichheit und Schutz vor Diskriminierung für alle. Hierfür steht unseren Mitarbeitenden ebenfalls ein qualifizierter Ansprechpartner zur Verfügung.