16.01.2026

Eine Handvoll Fragen – Innovation bei den SWB

Zu sehen ist ein Mann, der in die Kamera lächelt und mit verschränkten Armen an einer Beton-Wand lehnt.
Calvin Deppisch, Fachbereichsleiter der Konzernentwicklung, hat das Innovationsmanagement bei den Stadtwerken Bonn aufgebaut. (Foto: SWB)

Auch wenn die Stadtwerke Bonn (SWB) eine historische Institution der Stadt sind, so sind sie doch nicht von gestern. Denn mit der Zeit verändern sich Tools, Prozesse und Erwartungen an das Unternehmen. Damit dabei kein Trend verpasst wird oder Potenziale ungesehen bleiben, hat das Innovationsmanagement das Ohr am aktuellen Geschehen. Hierfür verzahnt sich der Versorger regelmäßig mit Start-ups, Hochschulen und anderen klugen Köpfen. Calvin Deppisch hat das Sachgebiet Innovationsmanagement 2020 bei den Stadtwerken aufgebaut und erklärt, was man sich darunter vorstellen kann.

Wie kann man sich das Kerngeschäft im Innovationsmanagement vorstellen? Was sind die Hauptaufgaben?

Calvin Deppisch: Eine der Hauptaufgaben im Innovationsmanagement ist das Scouting von Trends, Technologien und Start-Ups. Wir gucken uns für den Konzern an, welche Technologien für uns relevant sind, welche Trends neu aufkommen, die wichtig sein könnten – immer positiv wie negativ. Es können ja auch Einflüsse entstehen, die sich schlecht auf das Unternehmen auswirken. Wir schauen außerdem, welche Start-Ups es gibt, die uns potenziell weiterhelfen können. Eine weitere Aufgabe ist das Kooperationsmanagement, also das Aufbauen und Pflegen von Partnerschaften. Daneben liegen die Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen wie dem Innovation Day oder dem Green Bonn Hackathon in unserer Verantwortung. Über den Innovation Day wollen wir unseren Fach- und Führungskräften Technologien niedrigschwellig präsentieren und ausprobieren lassen sowie mit potenziell passenden Start-Ups vernetzen. Der Green Bonn Hackathon legt den Fokus darauf, dass insbesondere Studierende an spannenden Themen aus der SWB-Gruppe für einen begrenzten Zeitraum mitarbeiten können.

Wie kommen Sie mit Start-Ups und anderen Interessierten in Kontakt? 

Calvin Deppisch: Die Kontakte zu Start-Ups entstehen über verschiedene Kanäle. Über Verbandsseiten wie vom VKU oder KommunalDigital können Interessierte auf uns aufmerksam werden. Außerdem haben wir ein Online-Kontaktformular. Das hilft uns auch bei Veranstaltungen, wo wir mit Start-Ups und Interessenten ins Gespräch kommen. Wir stellen einfach einen QR-Code zum Abscannen zur Verfügung. Dann müssen nur noch die Daten eingetragen werden und diese Infos landen anschließend direkt in unserem Postfach. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, Kontakte zu Start-Ups über den Digital Hub zu akquirieren. Mit dem Hub haben pflegen wir bereits seit 2017 eine Kooperation, die wir 2025 auch verlängert haben.

Wonach entscheiden Sie, wo Kooperationen geschlossen und Projekte umgesetzt werden? Haben Sie vielleicht Tipps für Start-Ups?

Calvin Deppisch: Das Wichtigste für uns ist strategische Relevanz. Also die Frage ‚Passt das zu unseren Geschäftsfeldern und dem, was wir umsetzen wollen?‘. Außerdem gucken wir uns an, wo das Start-Up gerade steht – ob am Anfang mit einer groben Idee oder schon etwas weiter mit einem ausgereiften Konzept, einem ersten Pilotprojekt oder bereits in der Marktreife. Was auch bei der Entscheidung hilft, ist ein eigenes Bild. Das verschaffen wir uns durch ein erstes Kennenlerngespräch. Denn bei einer strategischen Zusammenarbeit ist es einfach essenziell, die Menschen dahinter zu kennen und zu sondieren, ob man die gleiche Vorstellung teilt. Und natürlich schauen wir auf die Kosten sowie die potenzielle Entwicklung, die das Start-Up noch nehmen kann.

Können Sie Beispiele für realisierte bzw. erfolgreiche Ideen nennen? 

Calvin Deppisch: Das Paradebeispiel ist wohl goFLUX, weil da alle vorgenannten Kernaufgaben abgebildet wurden. Kennengelernt haben wir goFlux dank unserer Kooperation mit dem Digital Hub und unserem konkreten Scouting. Unterstützt wurde das Ganze außerdem durch die Geschäftsführung. Die hatte sich gewünscht, dass sich SWB Bus und Bahn als vollumfänglicher Mobilitätsdienstleister aufstellt, der mehr als den ÖPNV abbildet. Das Konzept dieses Start-Ups passte also gut zu unserem Produktportfolio. Letztlich haben wir die Verknüpfung mit goFLUX von Anfang bis Ende begleitet. 

Woran arbeiten Sie derzeit bzw. gibt es einen besonderen Schwerpunkt, mit dem Sie sich momentan vorrangig befassen? 

Calvin Deppisch: Der Innovation Day ist ja ein fixes Format bei uns, was meistens Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals stattfindet. Mit der Planung starten wir ungefähr ein halbes Jahr vorher, also dann wieder ab Februar/März. Was auf unserer Agenda für 2026 auch steht, ist der GreenBonn Hackathon. Das ist eine Partnerschaft zwischen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, dem Digital Hub, der Uni Bonn und uns, wo wir Challenges ausloben. Auf die kann sich eigentlich jeder bewerben. Ziel ist, die Challenge möglichst gut zu lösen. Dafür gibt es auch einen Preis. Da beschäftigen wir uns gerade auch mit den Vorbereitungen und der Frage, welche Challenge wir dieses Jahr stellen.

Ansonsten beschäftigen wir uns permanent mit Trend-, Technologien- und Start-Up-Scouting. Das läuft das ganze Jahr über. Und natürlich treibt uns das Thema KI um. Denn schon jetzt kommen wir oftmals nicht mehr um künstliche Intelligenz herum. Viele Technologien und Start-Ups setzen sie als Hilfsmittel ein oder basieren sogar darauf. 


 

Am 5. November 2025 fand der 4. Innovation Day statt. Impressionen vom Event gibt es hier: Gemeinsam mehr erreichen – Das war der Innovation Day 2025

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