
Olaf Hermes und Oberbürgermeister Guido Déus wollen die Zusammenarbeit zwischen Stadtspitze und Stadtwerken Bonn künftig enger gestalten. Beide verständigten sich darauf, Hermes‘ bestehenden Vertrag als Vorsitzender der Geschäftsführung des Stadtwerke-Bonn-Konzerns vorzeitig zu verlängern. Voraussetzung dafür sind die entsprechenden Beschlüsse der zuständigen Gremien, bei SWB GmbH und SWB Energie und Wasser. Der Oberbürgermeister war auf Olaf Hermes zugegangen, um eine tragfähige Grundlage für die weitere Zusammenarbeit zu schaffen. Der besseren Verzahnung zwischen Stadtspitze und Stadtwerken dient auch der Vorschlag, dass Oberbürgermeister Déus den Vorsitz des Aufsichtsrates der SWB GmbH übernehmen soll. Hierzu will der OB auf die Arbeitnehmervertreter zugehen.
Insgesamt ist es Ziel, den direkten Austausch von Stadtspitze und Unternehmensführung weiter zu intensivieren. Beide Seiten wollen eine verlässliche Perspektive für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit herstellen. Da Olaf Hermes zugleich Geschäftsführer der Tochtergesellschaft SWB Energie und Wasser ist, soll auch der dort bestehende Vertrag vorzeitig verlängert werden. Hierzu sind weitere Gespräche mit den diesbezüglichen Anteilseignern erforderlich. Olaf Hermes soll Planungssicherheit erhalten. Die möglichen Vertragsverlängerungen stehen selbstverständlich unter dem Vorbehalt der Zustimmung der jeweils zuständigen Gremien.
An den Gesprächen am Freitag, 13., und Montag, 16. März, nahmen auch der Vorsitzende des Aufsichtsrats des SWB-Konzerns, David Lutz, sowie der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats und Arbeitnehmervertreter Tobias Sterl teil. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag dazu, dass wieder eine gemeinsame Grundlage für die weitere Zusammenarbeit gefunden werden konnte.
Guido Déus betonte nach dem Austausch die besondere Rolle der Stadtwerke Bonn für die Entwicklung der Stadt: „Olaf Hermes soll bleiben. Für die großen Aufgaben der kommenden Jahre brauchen wir eine enge Abstimmung zwischen Stadt und Stadtwerken. Deshalb habe ich den direkten Austausch mit Olaf Hermes gesucht. Entscheidend ist nun, dass wir gemeinsam nach vorne schauen.”
Auch Olaf Hermes stellte den Blick nach vorne in den Mittelpunkt: „Ich bedanke mich bei OB Guido Déus dafür, dass er den Austausch gesucht hat. Die vergangenen Tage stellen für mich eine sehr ernste Situation dar. Mir ging es darum, deutlich zu machen, unter welchen Voraussetzungen ich meine Aufgabe wahrnehmen kann. Im Mittelpunkt stehen für mich die Stadtwerke Bonn und ihre Mitarbeitenden.“
David Lutz, der Vorsitzende des Aufsichtsrates des Stadtwerke-Bonn-Konzerns, sieht das Unternehmen nach der Verständigung auf einem stabilen Kurs: „Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, die Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Die Verständigung schafft Klarheit für den weiteren Weg.“
Auch der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Arbeitnehmervertreter Tobias Sterl betonte die Bedeutung des Ergebnisses für die Belegschaft: „Für die Beschäftigten ist eine klare Führung des Unternehmens wichtig. Das Ergebnis gibt dem Unternehmen und den Mitarbeitenden Orientierung für die kommenden Jahre.“
Der Austausch zwischen Oberbürgermeister und Geschäftsführung der SWB ist zugleich der Auftakt für weitere Gespräche. So soll auch die Zusammenarbeit mit dem städtischen Beteiligungsmanagement verbessert werden. Gerade vor dem Hintergrund der finanziellen Situation von Stadt Bonn und Stadtwerken kommt einer engen Abstimmung zwischen Gesellschafter und Unternehmen eine besondere Bedeutung zu.
Vereinbart wurde, dass die Compliance-Struktur der Stadtwerke Bonn weiter gestärkt wird. Vorgesehen ist die Installation eines Chief Compliance Officers. In diesem Zusammenhang wird die Zusammenarbeit mit dem städtischen Rechnungsprüfungsamt klar geregelt.
Darüber hinaus ist eine Überarbeitung der Governance-Struktur einschließlich der Satzung geplant. Ziel ist es, klare und verlässliche Zuständigkeiten sicherzustellen und künftig zu vermeiden, dass nach Wahlen Phasen entstehen, in denen Gremien ohne Führung bleiben.
Die SWB stehen in den kommenden Jahren vor umfangreichen Investitionen in die Bereiche Energie, Infrastruktur und Mobilität. Dazu zählen insbesondere Projekte für den Ausbau der Energieversorgung sowie zentrale Vorhaben für die Zukunft der städtischen Infrastruktur.
Aufgrund der Ernsthaftigkeit der städtischen Haushaltssituation und dem immensen bei Stadtwerken und Stadt vorhandenen Spardruckes sollen die Sparbemühungen der Stadt im Rahmen des Projektes „Aufgabenkritik“ und der Stadtwerke im Rahmen des Effizienzprogrammes „Fit für Transformation“ aufeinander abgestimmt und bestmöglich aufeinander abgestimmt werden.
Für diese Aufgaben braucht das Unternehmen ein stabiles Umfeld und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung, Gesellschaftern und kommunalen Partnern.
Die Abhängigkeit von Dienstleistern soll verringert werden, daher wurde im Gespräch auch die Fremdvergabequote im ÖPNV thematisiert. Vor dem Hintergrund des bestehenden Einsparungsdrucks wird diese fortlaufend unter Effizienzgesichtspunkten überprüft. Dabei werden zunächst die variablen Kostenbestandteile betrachtet. Die Stadt Bonn und die Stadtwerke verfolgen gemeinsam das Anliegen, den öffentlichen Nahverkehr weiter zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen dabei Qualität, Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. (jw/bl)